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Behinderte und chronisch kranke Studierende gehen ins Ausland
Oldenburger StudentInnen absolvierten erfolgreich Teile ihres Studiums im Ausland und raten: “Trotz des hohen Aufwandes würde ich es wieder machen.”
Im Vorfeld gilt es meist, viele Hindernisse und Hürden - meist bürokratischer Art - zu überwinden. Der Organisationsaufwand im Vorfeld ist insgesamt sehr hoch. Und trotz bester Vorbereitung bleiben Probleme und Pannen im Ausland selbst oft nicht aus. “Bei unserer Ankunft erwies sich das als rollstuhlgerecht gepriesene Hotel “Le petit paradis” als zu ‚petit’, um mit dem Rollstuhl in den Lift oder in die Toilette zu gelangen. Zudem weiß ich nun, dass das Paradies mit Treppen im Eingangsbereich ausgestattet ist”, berichtet der Rollstuhlfahrer Ingo Nienaber, der einen Teil seines Informatikstudiums auf Malta absolvierte.
Zusätzlich sind die zuständigen Institutionen in den Gastländern oft mit den spezifischen Fragestellungen behinderter Studierender überfordert, wie der Organisation von Pflege, Mobilität und rollstuhlgerechter Unterkunft und Regelungen für die Aus- und Einfuhr von Blindenführhunden und behindertengerecht angepassten Pkws.
“Trotz des Aufwandes empfehlenswert”
Trotz dieser hohen Anforderungen raten jedoch auslandserfahrene Studierende keineswegs vom Studium im Ausland ab, sondern wollen Mut machen zu diesem immer noch selten realisierten Vorhaben: “Im Rückblick gab es zwar einige Schwierigkeiten, die es zu bestehen galt, doch mehr noch sehe ich die Erfahrungen eines anderen Lebens, angefangen vom Einkaufen bis zum Studium an der Universität und nicht zuletzt den Umgang der Menschen miteinander. Ich würde es trotz der Umstände, die es mir bereitet hat, immer wieder machen und kann jedem ein Auslandsstudium im Allgemeinen und in Malta im Besonderen nur wärmstens empfehlen”, rät Ingo Nienaber.
Daneben gibt es auch Erfahrungsberichte, nach denen an ausländische Unis die Bedingungen für bestimmte Behinderungsformen besser sind als in Deutschland. Der blinde BWL-Student Jochen Dreher ging für ein Jahr in die USA und stellte fest: “Es war überwältigend, wie viele unterschiedliche Hilfen es hier für Behinderte gab. Zunächst bekam ich bereits ab dem dritten Tag ein Orientierungstraining, das sehr zu meiner Unabhängigkeit beitrug. Außerdem sind noch Auflesedienste, Testhilfen und Unterichtsassistenz zu erwähnen. Rückblickend muss ich sagen, daß sich dieses Jahr in allen Belangen gelohnt hat. Außerdem konnte ich feststellen, wie sehr viel mehr man sich in Amerika um die Belange von Behinderten kümmert.”
Die Sprechstunde und das Angebot der Behindertenberaterin Wiebke Hendeß richten sich übrigens auch an ausländische Studierende mit Behinderungen, die im Bereich des Studentenwerks Oldenburg, d.h. an der Universität Oldenburg oder an der Fachhochschule Oldenburg/ Ostfriesland/ Wilhelmshaven studieren. Außerdem kann sie für Interessierte Kontakte zu auslandserfahrenen behinderten Studierenden herstellen.
Darüber hinaus gibt es spezielle Informationen und Broschüren zum Auslandsstudium. Sehr hilfreich ist etwa eine Checkliste in verschiedenen Landessprachen, mit der an den Gasthochschulen die besonderen Gegebenheiten abgefragt werden können. Darüber hinaus gibt es spezifische Infoblätter zu einigen Ländern, eine Broschüre zu den Möglichkeiten an europäischen Hochschulen sowie weitere Literaturhinweise, die ebenfalls bei Wiebke Hendeß zu erhalten sind.
Kontakt: beratung@sw-ol.de
(Quelle: http://www.studentenwerk-oldenburg.de/behinderte/ausland.html)
