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Aufsatz Behinderung und Studium von Margit Schaßberger
Zusammenschluss zu Interessengemeinschaften und Selbsthilfegruppen
Derartige Benachteiligungen führten zum Zusammenschluss von Selbsthilfegruppen. Nachfolgend wird anhand ausgewählter Beispiele die Arbeit dieser Gruppen vorgestellt.
Politische Selbsthilfe behinderter und chronisch kranker Studierender
Bereits in den 70er Jahren kam es zu den ersten Zusammenschlüssen von behinderten Studierenden an den Universitäten Nürnberg-Erlangen und Dortmund. Studierende mit Beeinträchtigungen setzten sich für die Verbesserung ihrer Studienbedingungen ein. Im Laufe der Zeit entstanden auch an anderen Hochschulen lokale Selbsthilfegruppen wie die”Interessengemeinschaften behinderter Studierender”, die Arbeitskreise “Unbehindert Studieren” und Behindertenreferate in den oder im Umfeld der ASten (AStA = Allgemeiner Studierenden Ausschuss) sowie Selbsthilfegruppen auf Bundesebene.
Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht das Verständnis: Je besser die besonderen Belange behinderter Studierender durch die Hochschulen berücksichtigt werden, desto geringer ist der behinderungsbedingte Mehraufwand des einzelnen behinderten Studierenden. Das Ziel ist, die Studiensituation behinderter Studierender zu verbessern und den Einzelnen bei der Bewältigung der behinderungsbedingten, studienrelevanten Schwierigkeiten zu unterstützen.
Lokale Interessengemeinschaften behinderter Studierender am Beispiel des Autonomen Behindertenreferats an der Universität Kassel
Das Autonome Behindertenreferat im AStA der Universität Kassel (ABeR) besteht seit Mitte der 80er Jahre. Die Mitarbeiter - selbst beeinträchtigte Studierende - sind Ansprechpartner für Fragen hinsichtlich Behinderung und Studium. In der Vergangenheit wurden auf Drängen des Behinderten-Referats z.B. Rampen für Rollstuhlfahrer errichtet, Türöffner installiert, eine Literaturversorgung für Sehgeschädigte eingerichtet und Türschilder mit Blindenschrift versehen. Aktuell arbeitet das ABeR-Team u.a. an folgenden Projekten:
- Das Kopfsteinpflaster des zentralen Bibliotheksplatzes soll ersetzt werden (einige der gehbeeinträchtigten Studierenden können den Bibliotheksplatz wegen der vorhandenen Unebenheiten nicht überqueren). Es sollen Wege geteert werden, die zudem Blinden als Orientierungsleitlinien dienen.
- Die vorhandenen Rampen werden gerne als Abstellmöglichkeiten für Fahrräder genutzt. Hinweisschilder an den Rampen und Informationszettel, die an die Räder der Parksündern angebracht werden, sollen die Situation verbessern.
- Angebote zu behinderungsspezifischen Fortbildungen für DozentInnen
- Die Einrichtung eines Umsetzungsdienstes sowie eines Ruheraums.
- einige der Behinderten-Toiletten befinden sich in einem desolaten Zustand. Diese Toiletten sollen renoviert werden und per Euroschlüssel ausschließlich für Menschen mit Beeinträchtigungen zugänglich sein
Darüber hinaus steht das ABeR im Kontakt mit anderen Interessengemeinschaften behinderter Studierender um Erfahrungen auszutauschen und Anregungen zu erhalten.
