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Assistenzfinanzierung für Studierende
Vorwort
Assistenz ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für ein selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen. Folglich spielt sie auch im Leben vieler behinderter Studierender eine sehr große Rolle, die man nicht hoch genug einschätzen kann. Daher gehört auch die Frage der Finanzierung von Assistenz zu den wichtigsten, mit denen sich behinderte Studierende und Studieninteressierte auseinandersetzen müssen. Auf unserem Workshop im Februar 2004 in Münster haben wir eine Bestandsaufnahme der gegenwärtigen Situation durchgeführt und die in der öffentlichen Diskussion befindlichen Alternativvorschläge unter die Lupe genommen. Ziel war es, hieraus Forderungen abzuleiten, wie ein optimales Assistenz-Finanzierungs-System gestaltet sein sollte.
Mit dem Begriff „Assistenz“ werden mittlerweile sehr unterschiedliche Formen der persönlichen Hilfestellung für behinderte Menschen bezeichnet. In diesem Reader verwenden wir eine unter dem Aspekt der Finanzierung sinnvolle weite Definition, wonach sämtliche auf die Bedürfnisse des einzel= nen behinderten Menschen zugeschnittenen persönlichen Hilfeleistungen als Assistenz zu bezeichnen sind. Hierunter fällt also nicht nur die Anstellung von Assistenten durch den behinderten Menschen selbst (Arbeitgebermodell), sondern auch „assistenzähnliche Leistungen“ von Assistenzgenossenschaften, ambulanten Diensten, die „individuelle Schwerstbehindertenbetreuung“ (ISB) oder „mobile soziale Dienste“ anbieten sowie andere Organisationsformen ambulanter Hilfen.
Wir möchten diesen Reader unserem langjährigen Mitkämpfer und Unterstützer Gusti Steiner widmen, der am 12. Juni 2004 überraschend verstorben ist. Der Workshop in Münster war der letzte, an dem er sich mit seinen scharfsinnigen und engagierten Diskussionsbeiträgen beteiligen konnte.
Mainz, Kassel im Oktober 2004
Sven Drebes
André Radtke
PS: Wir haben uns bemüht, die Texte möglichst geschlechtsneutral zu formulieren. Sollte dennoch irgendwo nur die männliche (oder weibliche) Form stehen, ist das andere Geschlecht in der Regel mit gemeint.
